Nachhilfe von den eigenen Eltern?
Die geforderten Leistungen steigen immer weiter - Schüler sind im Stress. Doch können Eltern das nicht Gelernte zu Hause nachholen? Die Erfahrung zeigt, dass dies nur in den wenigsten Fällen zum gewünschten Erfolg führt.
08.05.2010 Beitrag von Jörg Hansen zur Nachhilfe bei Schülern
Immer weniger Kinder und Jugendlichen können die von den Schulen geforderten Leistungen ohne fremde Hilfe erbringen. Nachhilfe ist daher zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig geworden. Für die Eltern stellt sich dann aber die Frage, mit wem das Kind die Stoffdefizite aufarbeiten soll. Der nahe liegende Lösungsansatz ist der, der in der Praxis am seltensten funktioniert: ein Elternteil gibt dem Kind selbst Nachhilfe. Die Gründe dafür, dass dieser Ansatz so problematisch ist, sollen im Folgenden kurz erläutert werden.
Das Kernproblem dabei ist, dass ein Vater oder eine Mutter selten jene emotionale Distanz entwickeln kann, die in einem solchen Fall notwendig ist. Beim eigenen Kind ist es einem so wichtig, dass es den Stoff beherrscht, dass man oft schon bei kleinen Problemen ungeduldig wird und damit die Lernatmosphäre zerstört. Auf der anderen Seite ist es aber auch dem Kind besonders wichtig, vor dem Vater oder der Mutter zu glänzen beziehungsweise sich keine Blöße zu geben: man möchte ja, dass die Eltern stolz auf einen sind. Dadurch wird man verkrampft, die Leistungsfähigkeit sinkt, weshalb wiederum die Geduld des Nachhilfe gebenden Elternteils beeinträchtigt wird und ein Teufelskreis entsteht, der vernünftiges Arbeiten bald unmöglich macht.
Probleme bei der Nachhilfe beim eigenen Kind
Das Gesagte zeigt, dass es in den meisten Fällen sinnvoll ist, eine externe Nachhilfelehrkraft zu beschäftigen. Nur in jenen ganz seltenen Fällen, in denen das Eltern-Kind-Verhältnis ein völlig harmonisches ist und in denen ein Elternteil in besonders großer innerer Ruhe „über den Dingen“ steht und auch über genug Zeitreserven verfügt, kann eine solche Konstellation funktionieren.
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